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Medienmitteilung vom 3. Juni 2010
Automatisierung in der Briefzustellung der Post

Die Post macht weitere Gewinnmaximierung auf dem Buckel des Personals

Am 13. Mai 2010 hat die Schweizerische Post ihren Gewinn für das erste Quartal 2010 bekanntgegeben. Die Post hat bis Ende März einen Gewinn von 274 Mio. Franken eingefahren. Dies entspricht einer Gewinnsteigerung von 38 Prozent gegenüber dem ersten Quartal des Vorjahrs. Der Bereich PostMail hat gegenüber der Vergleichsperiode im 2009 seinen Gewinn um 14 Mio. Franken erhöht. Damit zeigt die Konzernleitung jetzt selber auf, dass die Horrorzahlen der rückläufigen Briefpost nicht stimmen. Gleichzeitig startet die Post unter dem nichtsagenden Namen „Distrinova“ ein Jobkiller-Projekt erster Güte. Mit bis zu 60 Maschinen soll die Briefzustellung so automatisiert werden, dass bis zu 20% aller Zusteller/innen abgebaut werden könnten. Konkrete Zahlen will die Post nicht geben; die Gewerkschaft Kommunikation geht von über 3'000 Stellen aus, die die Post in den nächsten Jahren mit diesem Projekt abbaut. Die Firmenkonferenz Post vom 2. Juni 2010 hat das Projekt „Distrinova“ eingehend diskutiert und stellt zuhanden Post konkrete Forderungen zur Beschäftigungssicherung bei der Post.

Am 13. Mai 2010 hat die Post ihren Quartalsgewinn 2010 veröffentlicht. Die Post steigerte den Quartalsgewinn 2010 um 38% oder in einer konkreten Zahl ausgedrückt auf 274 Millionen (2009 198 Millionen). Auch der Bereich PostMail konnte den Gewinn um 14 Millionen steigern und dies zeigt klar auf, dass die Horrorzahlen der rückläufigen Briefpost im letzten Jahr Angstmacherei der ersten Güte gewesen ist.

Dies hindert aber die Post nicht daran, weitere Restrukturierungen auf dem Buckel des Personals zu beschliessen. Die Post rechtfertigt diesen Schritt damit, dass die Wettbewerbsfähigkeit erhalten werde. - Dies obwohl im Bereich der Briefpost ein Monopol besteht. Das Distrinova genannte Restrukturierungsprojekt sieht vor, dass die Briefpost maschinell auf die Laufroute des Zustellers sortiert wird. Ein solches Projekt ist aus der Sicht der Gewerkschaft Kommunikation ein reiner Jobkiller. Die Post hat bereits eine WTO-Offerte für bis zu 60 solcher Maschinen gestartet. Mit einer flächendeckenden Einführung könnten bis zu 20% aller Zusteller/innen der Post eingespart werden. Die Post hält sich bis jetzt mit konkreten Zahlen bedeckt. - Die, Gewerkschaft Kommunikation rechnet mit einem Abbau von über 3'000 Stellen in der Zustellung Briefpost.

Die Firmenkonferenz Post der Gewerkschaft Kommunikation hat am 2. Juni 2010 in Bern dieses Projekt eingehend diskutiert und stellt konkrete Forderungen an die Konzernleitung Post:
  1. Einen Kündigungsschutz für das Postpersonal, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten hat ein Staatsunternehmen Stellen zu erhalten nicht zu killen.
  2. Die Delegierten an der Firmenkonferenz Post fordern von der Konzernleitung Post jetzt echte Verhandlungen über beschäftigungssichernde Massnahmen für das Postpersonal.
  3. Arbeitszeitreduktionen (ohne Lohnverzicht) beim Postpersonal um die Arbeit auf mehr Hände verteilen zu können.
  4. Frühpensionierungen ab 62 Jahren oder Modelle für eine Altersteilzeit.
  5. Eine Aus- und Weiterbildungsoffensive für das betroffne Personal

Im Weiteren haben die Delegierten der Firmenkonferenz Post der Gewerkschaftsleitung den Auftrag erteilt, eine breite Sensibilisierungs- und Mobilisierungsaktion beim betroffen Personal zu starten. Ab dem 3. Juni 2010 finden in der ganzen Schweiz zuerst Flyer-Aktionen und dann Informationsveranstaltungen statt.

Bern, 2. Juni 2010

Weitere Auskünfte:

  • Fritz Gurtner, Leiter Branche Post, 079 357 72 37
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