| In den nächsten Jahren wird in der Schweiz intensiv über die vollständige Liberalisierung des Postmarktes diskutiert. Die Gewerkschaft Kommunikation steht der Postmarktliberalisierung kritisch gegenüber und wird die Diskussion eng begleiten.
Im Vordergrund stehen für die Gewerkschaft Kommunikation die Arbeitsbedingungen der Angestellten im Postmarkt. Die Erfahrungen mit dem geöffneten Paketmarkt zeigen, dass die neuen Anbieter deutlich schlechtere Anstellungsbedingungen bieten, was wiederum Druck erzeugt auf die Anstellungsbedingungen der Schweizerischen Post. Für die Gewerkschaft Kommunikation kommt deshalb eine weitere Postmarktliberalisierung nur dann in Frage, wenn gleichzeitig ein allgemein verbindlicher Branchen-Gesamtarbeitsvertrag in Kraft gesetzt wird. Richtschnur für diesen Branchen-GAV muss allerdings der GAV Post sein und nicht etwa nur das Obligationenrecht.
Neben den Arbeitsbedingungen ist für die Gewerkschaft Kommunikation aber auch die Grundversorgung ein wichtiges Anliegen. Die Postmarktliberalisierung hat in der EU nicht zu einem besseren Angebot geführt, sondern zum Abbau von Leistungen, besonders in Randregionen. In der Regel bezahlen Grosskunden in liberalisierten Märkten weniger, während die Konsumentinnen und Konsumenten mehr bezahlen.
Apropros EU: Im Zusammenhang mit der Einführung des Mindestlohnes im Deutschen Postmarkt wird die Liberalisierung in der ganzen EU von neuem diskutiert. Wozu soll sich also die Schweiz beeilen? Warten wir doch einmal ab, was in der EU geschieht, bevor wir über die weitere Liberalisierung des Schweizer Postmarktes entscheiden!
Gewerkschaft Kommunikation . . |
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